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Abendroutine gestalten: 7 Dinge in der richtigen Reihenfolge

Erstellt von ZauberZirkel · Lesezeit 5 Minuten · 28. August 2026

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Abendroutine gestalten: 7 Dinge in der richtigen Reihenfolge

Es ist 22:30 Uhr. Du liegst im Bett, scrollst noch mal durchs Handy, checkst die letzten Nachrichten. Eigentlich willst du zur Ruhe kommen. Stattdessen rattert dein Kopf weiter, und eine halbe Stunde später starrst du immer noch an die Decke. Kennst du das?

Ich habe lange gedacht, eine Abendroutine bedeutet einfach, irgendwas Entspannendes zu machen, bevor man schlafen geht. Ein bisschen Yoga hier, eine Tasse Tee da. Was ich nicht verstanden hatte: Es kommt nicht nur darauf an, was du tust, sondern vor allem wann – und in welcher Reihenfolge.

Warum die Reihenfolge entscheidend ist

Unser Nervensystem braucht Zeit, um herunterzufahren. Du kannst nicht von hundert auf null schalten. Wenn du abends erst noch schnell E-Mails beantwortest, dann eine Netflix-Serie startest und danach versuchst zu meditieren, kämpfst du gegen deine eigene Biologie an.

Die richtige Reihenfolge folgt einem einfachen Prinzip: vom Aktiven zum Passiven, vom Hellen zum Dunklen, vom Außen zum Innen. Jeder Schritt bereitet den nächsten vor.

Die 7 Schritte einer wirksamen Abendroutine

1. Den Tag gedanklich abschließen (ca. 18–19 Uhr)

Bevor du in den Abend gehst, brauchst du einen mentalen Schlusspunkt. Ich schreibe mir drei Dinge auf: Was war heute gut? Was bleibt liegen? Was nehme ich mit ins Morgen?

Das dauert keine fünf Minuten, aber es verhindert, dass offene Gedanken später im Bett wieder hochkommen. Du gibst deinem Gehirn die Erlaubnis, den Tag loszulassen.

2. Bildschirmzeit reduzieren – aber nicht abrupt

Hier machen die meisten den ersten Fehler: Sie versuchen, von jetzt auf gleich komplett auf Handy und Laptop zu verzichten. Das funktioniert selten. Stattdessen: Dimme etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen die Bildschirmhelligkeit auf ein Minimum und schalte den Nachtmodus ein.

Als ich angefangen habe, habe ich mir erlaubt, noch auf dem Sofa zu lesen oder Musik zu hören – mit dem Handy neben mir, aber nicht mehr aktiv in der Hand. Das war realistisch. Und nach ein paar Wochen wurde es selbstverständlich, es einfach wegzulegen.

3. Etwas Leichtes essen oder trinken

Dein Körper kann nicht gut zur Ruhe kommen, wenn die Verdauung auf Hochtouren läuft. Spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen solltest du keine schweren Mahlzeiten mehr essen.

Was mir hilft: Ein warmes Getränk – Kräutertee, warmes Wasser mit etwas Zitrone, manchmal auch eine Goldene Milch. Das Ritual des Trinkens signalisiert: Jetzt geht's runter.

4. Körper bewegen – sanft, nicht fordernd

Bewegung am Abend ist gut, aber sie sollte nicht aktivieren. Yoga, leichtes Stretching, ein kurzer Spaziergang – das entspannt die Muskulatur und hilft, angestaute Energie abzubauen.

Ich mache oft nur fünf Minuten: Kindshaltung, Vorbeuge, ein paar sanfte Drehungen. Nichts Spektakuläres. Aber es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich ins Bett lege mit einem verspannten Nacken oder mit einem Körper, der sich schon ein bisschen gelöst hat.

5. Licht dimmen – bewusst und früh

Helles Licht signalisiert deinem Gehirn: Tag. Blaues Licht aus Bildschirmen verstärkt das noch. Etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen solltest du nur noch warmes, gedimmtes Licht nutzen.

Ich habe in meiner Wohnung kleine Salz- oder Nachttischlampen verteilt. Abends mache ich die Deckenlampe aus und lasse nur diese sanften Lichtquellen an. Das verändert sofort die Stimmung im Raum – und in mir.

6. Etwas für die Seele tun

Jetzt kommt der Moment, in dem du wirklich bei dir ankommst. Das kann Journaling sein, Meditation, ein paar Seiten in einem Buch, das dich inspiriert. Oder einfach nur ein bewusstes Atmen für drei Minuten.

Was hier zählt: keine Ablenkung mehr. Kein Multitasking. Nur du und das, was dir guttut. Ich lese oft noch ein paar Zeilen in einem spirituellen Buch – nicht, um etwas zu lernen, sondern um mich daran zu erinnern, was wirklich zählt.

7. Ins Bett gehen – bevor der zweite Wind kommt

Das ist der Punkt, den viele verpassen: Es gibt ein Zeitfenster, in dem dein Körper von selbst müde wird. Wenn du das ignorierst und noch „kurz etwas machst", kommt oft ein zweiter Wind – und dann liegst du wieder wach.

Ich achte auf die ersten Anzeichen: schwere Augenlider, Gähnen, eine innere Ruhe. Wenn die da sind, gehe ich sofort. Nicht in zehn Minuten. Sofort.

Der häufigste Fehler: Zu viel auf einmal wollen

Viele starten voller Enthusiasmus und bauen sich eine Abendroutine mit zehn verschiedenen Ritualen zusammen. Meditation, Yoga, Tagebuch, Dankbarkeitsliste, Atemübungen, Hautpflege, Tee-Zeremonie – und nach drei Tagen ist die Luft raus.

Der Fehler ist nicht die Motivation. Der Fehler ist die Überforderung.

Fang klein an. Wähle ein bis zwei Schritte aus dieser Liste, die sich für dich stimmig anfühlen. Mach sie eine Woche lang konsequent. Erst wenn sie zur Gewohnheit geworden sind, kommt der nächste Schritt dazu.

Als ich angefangen habe, war meine Abendroutine genau das: Handy weglegen, eine Tasse Tee, fünf Minuten auf dem Boden sitzen und atmen. Das war alles. Und es hat gereicht, um etwas zu verändern.

Was du diese Woche konkret tun kannst

Leg dir einen festen Zeitpunkt fest, ab dem dein Abend beginnt. Nicht „irgendwann nach der Arbeit", sondern zum Beispiel 19 Uhr. Stell dir einen Wecker, wenn's sein muss.

Ab diesem Zeitpunkt machst du genau zwei Dinge:

  • ✓Bildschirme dimmen oder weglegen
  • ✓Etwas trinken, das warm ist und dich runterbringt

Das ist deine Basis. Alles andere kommt später. Aber diese zwei Dinge machst du sieben Tage lang, jeden Tag. Schau, was passiert.

Deine Abendroutine ist kein Luxus

Ich weiß, es klingt manchmal nach Selbstoptimierung oder nach etwas, das nur Menschen mit viel Zeit machen können. Aber das Gegenteil ist wahr: Gerade wenn dein Alltag stressig ist, brauchst du diesen Übergang. Ohne ihn trägst du den Tag mit ins Bett – und wachst mit ihm wieder auf.

Eine Abendroutine ist keine Pflicht. Sie ist ein Geschenk, das du dir selbst machst. Ein Moment, in dem du nicht funktionierst, sondern einfach bist. In der richtigen Reihenfolge. Mit der richtigen Absicht. Und mit der Erlaubnis, dass es auch an manchen Tagen nicht perfekt läuft.

Probier es aus. Du wirst merken, dass sich nicht nur deine Nächte verändern – sondern auch deine Tage.

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